Helpless, reissued.

Die Sonne ist zurück, nach einigen trüben, regnerischen und ziemlich kühlen Tagen. Die waren wichtig und womöglich immer noch zu wenige. Dass die Sonne wieder wärmt ist schön, aber es bleibt die Unsicherheit, ob das nicht zur endlosen Hitze führt… Der Boden unseres Daseins ist schwankend geworden (war er das nicht schon immer?). 

In der Zeitung ein Artikel über die Reise Alexander v. Humboldts nach Südamerika und seine ständigen Begegnungen mit grassierenden Infektionen (Gelbfieber v.a.). Seuchen waren Alltag. Unsicherheit war Alltag. Wir waren uns unserer Sache zu sicher und hatten unsere Fragilität vergessen. „…dass wir eine Menge Dinge nicht wissen, mit deren völliger Kenntnis wir uns lange geschmeichelt haben“ wird Humboldt zitiert.

Heute wollen Tausende auf der Theresienwiese in München demonstrieren, die sich ihrer Sache sicher fühlen und „ihr altes Leben“ zurück haben wollen. Ja, sieht so aus, als verließen wir unser Plateau der Moderne und Aufklärung. Sinken wir zurück in die trüben und stumpfen Zustände, die die menschliche Welt eigentlich meist prägten? Dort wurden regelmäßig die Ursachen und Schuldigen auch immer anderswo gesucht – und gefunden, vorgeblich. Das Leben in scheinbarer „völliger Kenntnis“ ist halt so bequem. Oft gewalttätig, auch.

Spotify ist bequem und kennt mich inzwischen gut, kann meine Gedanken lesen. Also blendet es jetzt automatisiert ein: „Helpless„, der Klassiker von Neil Young, der mich treu begleitet hat. Allerdings in einer aktuellen Version von Molly Tuttle und der Old Crow Medicine Show. Hintergrund des Songs: in Youngs Kindheit gab es in seiner Heimat Kanada eine Polioepidemie, er selbst erkrankte auch daran, mit bleibenden Schäden…


Bildnachweis: https://thestoryofrockandroll.com, verändert

Architektenpoesie (2): Wohn(t)raum in Virginia

Bauherrin ist eine junge, vierköpfige Familie aus Virginia, die sich hier ihren 530 Quadratmeter großen Wohntraum erfüllte. Entstanden ist ein Ensemble aus drei Volumen, die jeweils eine Hauptfunktion aufnehmen und die umliegende Natur einrahmen. Küche und Wohnbereich beispielsweise sind nach Westen, Richtung Sonnenuntergang und Shenandoah-Gebirge ausgerichtet, während die Drehung des Schlaftraktes für grüne Berghänge vor dem Fenster sorgt. […] Platziert ist der Neubau auf einer Hügelkuppe am Waldrand mit Blick auf die Berge, im Osten eines 18 Hektar großen Grundstücks.

Baunetz, 13.05.2020

Der Gini-Koeffizient zur Beschreibung der Ungleichheit der Einkommensverteilung in einer Gesellschaft liegt in Deutschland lt. Bundesregierung bei 0,29 (Stand 2016, nach Abzug von Steuern und Abgaben). In den USA im Bundesdurchschnitt bei 0,39, im Bundesstaat Virginia, einem alten Südstaat, bei 0,48 – exakt der Wert, den Anthropologen als Durschnittswert für historische, vormoderne Agrargesellschaften ermittelt haben. (Der Wert 0 gilt für eine egalitäre Gesellschaft mit gleichmäßiger Einkommensverteilung, beim Wert 1 würde ein Mensch alles verdienen, die maximale Ungleichverteilung.) Das bescheidene 530 m²-Häuschen für vier Personen in Virginia ist eine prima Illustration dieses Messwertes und wie er sich räumlich auswirkt. (Und immer finden sich willige Architekten, die hier ihre feuchten Träume ausleben.)

Ein paar Meilen östlich residierte einst Präsident Jefferson im mondänen Monticello, noch etwas tiefer im Süden, aber noch in Virginia, lag sein „Hideaway“ Poplar Forest, wo er seiner Sklavenhaltertätigkeit nachging. Alle diese (Architektur-)Bezüge leben hier munter fort: „diese Villa strotzt vor historischen Bezügen, zumal sie laut Architekten obendrein von den traditionellen Kolonialhäusern der amerikanischen Südstaaten inspiriert ist.“ So hinterlässt der Trumpismus bereits neue gebaute Spuren der Verwüstung. Das Haus heißt übrigens Three Chimney House, was man auch als Bankrotterklärung auffassen könnte – oder als gebautes Ausrufezeichen der Klimawandelleugner: das fossile Zeitalter ist noch lange nicht zu Ende…


Bildrechte: Baunetz/Joe Fletcher, verändert

Am Spielfeldrand

„Wir lernen, während wir segeln. Deshalb ärgere ich mich so über die vielen Kommentatoren am Spielfeldrand, die ohne viel Einsicht die Wissenschaftler und Politiker kritisieren, die sich bemühen, die Epidemie unter Kontrolle zu bringen. Das ist sehr unfair.“

Peter Piot

Präzise auf den Punkt gebracht von Monsieur Piot, einem belgischen Arzt und Wissenschaftler, der Covid-19 selbst durchlitten hat. Dem belgischen Magazin Knack hat er ein Interview gegeben, das in Science und der Welt zusammenfassend wiedergegeben wird. – Das wird unseren „besorgten Bürgern“ herzlich wurscht sein, die sind nun einmal leidenschaftliche Spielfeldrandkommentatoren, und wer jemals Kinder auf dem Fußballplatz hatte, weiß, was das heißt.

Besorgte Bürger zitieren üblicherweise gerne den Volkmund. Aus dem stammt auch der Satz: „Wer sich in Gefahr begibt, der kommt darin um.“ Herzliche Grüße an die nächste bräunliche Schmutzel-Demo.


Bildrechte: Bayerischer Rundfunk/picture alliance, ZUMA Press, verändert

Goldrand

In dem heruntergekommenen Häuschen leben zwei ältere Menschen. Wie alt sie sind, ist schwer zu sagen, beide scheinen von den Jahren schwer gezeichnet. Sie ist wohl die eigentliche Bewohnerin, schon lange geht sie an Krücken, kommt kaum mehr voran, erledigt dennoch irgendwie ihre Einkäufe. Sie redet viel mit sich selbst. Umso überraschender ist es, von ihr direkt angesprochen zu werden, sie erweist sich dann als hellwach und informiert. Das Häuschen verwittert vor sich hin, zerfällt allmählich, im Gleichklang mit seinen Bewohnern. Vor einer Weile war ein Entrümpler da, ich dachte schon, sie sei nun ausgezogen. Dann erschien sie in der Haustür und gab Anweisungen. Vermutlich hat sie begonnen, sich von Ballast zu befreien, seitdem ist der Garten um das Haus auch nicht mehr so zugemüllt.

Ihr Mitbewohner sieht eigentlich aus, als würde er gar nicht mit ihr im Haus wohnen, sondern irgendwo zwischen dem Müll im Garten. Ein Clochard, wie man ihn sich vorzustellen gelernt hat. Der Müll ist aber weg, er wohnt nun definitiv mit im Haus. Er ist mindestens so hinfällig wie sie, bewegt sich fast in Zeitlupe, aber ohne Seitenstützen, immerhin. Ich habe ihn lange nicht mehr gesehen und dachte, er sei ebenfalls ausgezogen.

Gestern nun kam ich vorbei, ein sonniger, maiwarmer Nachmittag. Er saß vor dem Haus, quicklebendig, zugleich in stoischer Ruhe, auf einem wackeligen Stuhl, an dessen Vorderbein eine grünliche Weißweinflasche lehnte. Bevor ich ihn sitzen sah, hörte ich ihn sitzen. Er beschallte die Straße mit 80er-Jahre-Hits aus einem original Transistorradio, das hinter ihm auf der Fensterbank stand. Das war alles. Er saß da, aufrecht, ruhig, in einem blauen Arbeitskittel und mit Sonnenbrille im Gesicht. Dunkle Gläser und mit Goldrand. Stevie Wonder sang dazu.

Die Deutschenversteher

Die Nähe wird zum Kosmos und Ballast, gleichermaßen. Ein paar zig Meter die Straße hinunter werkelt seit Monaten eine Truppe von Albanern an einem Haus, verwandelt ein schlicht aufgeräumtes Wohnbehältnis aus der späten Moderne in eine Wundertüte der Baumarkt-Ästhetik. Sie tun dies mit zähem Fleiß und bemerkenswertem Durchhaltewillen. Was das Angebot des Baustoffgewerbes günstig hergibt, wird detailverliebt und perfekt verbaut, zumindest oberflächlich betrachtet. Ganz wichtig dabei: intensiver Einsatz von Kleinmaschinen aller Art, oft aus deutscher Qualitätsproduktion. Das gefällt den Bauherren, so und so. Offenbar hat es sich in der Nachbarschaft herumgesprochen, dass diese albanische Unternehmung für allerlei Kurzweil in Heim und Hof sorgt, denn jetzt wandert die Baustelle die Straße herauf. Gelangweilte Rentner, die Gefahr laufen, dem Dauergeldsegen zu erliegen, lassen sich ihre Vorgärten und Terrassen erneuern und nebenbei auch noch alles drumherum gründlich reinigen – kärchern, wie der Fachfranzose sagt. Ist der eine Vorgarten fertig, wandern sie gleich in den Nachbargarten weiter. Das kann dauern…

Bewundern kann man die Albaner dafür, wie sie intuitiv verstanden haben, womit sie die Leute hier beglücken können. Offenbar gibt es für viele keinen größeren Genuss an einem sonnigen Nachmittag als das Dauerkreischen der Steinsäge oder pumpend-röchelnde Zischen des Hochdruckreinigers. Soll man einfach froh darum sein, dass noch so nachdrücklich, unverdrossen gearbeitet wird? Für die ins Home Office Verbannten in den Nachbarhäusern ergibt sich womöglich eine etwas andere Bewertung.

Die SZ vermeldet heute den Tod des als „Unkraut-Apostel“ titulierten österreichischen Künstlers Lois Weinberger und zitiert ihn so:

Mit dem Machen an sich habe ich immer ein Problem gehabt. Es steht ja ohnehin schon so viel Gemachtes herum. Für mich ist es viel interessanter, etwas Gesehenes zu reflektieren, zu beobachten, wie es sich weiterentwickelt.“

Lois Weinberger (SZ Nr. 23/2020, S. 12)

Mit dem einem Unkraut-Apostel braucht man den Nachbarn nicht zu kommen, aber diese Albaner…

2020.099 | † John Prine

Wird das hier ein Sterberegister? Heute früh hat mich die NYT unterrichtet, dass John Prine in Nashville Covid-19 erlegen ist. Wenn man so will der typische Fall eines gesundheitlich angeschlagenen alten weißen Mannes, leichte Beute für das Virus…
Seine Musik habe ich (leider) erst spät für mich entdeckt, umso intensiver hat er mich die letzten Monate begleitet. Einfache Melodien, perfektes und transparentes Arrangement, eine kratzige Stimme, vollendete kleine Geschichten aus der Mitte der USA: davor haben auch die ganz Großen nach und nach über die Jahre den Hut gezogen. Erst im vergangenen Dezember hat er den Grammy für sein Lebenswerk erhalten.

Möglich, dass sich einmal für einen Moment unsere Wege gekreuzt haben, unerkannt. Am 15. Februar sollte noch ein Konzert von ihm in Berlin stattfinden, es wurde jedoch wegen seiner gesundheitlichen Probleme (erneut) abgesagt. Im Vorfeld war im SZ-Magazin ein Gespräch mit John Prine erschienen, wo es auch um seine Militärzeit in Deutschland in den 1960er Jahren ging. Ich stelle mir vor, dass er einer von den GIs war, die im Garten meines Onkels zu Gitarre und Mandoline gegriffen haben. Denn er erzählt, dass er auf den Nebenstraßen der Region unterwegs war: „Wenn ich mal ein oder zwei Tage frei hatte, habe ich versucht, mir kleine Orte auf dem Land anzuschauen, wo nicht so viele GIs hinkamen. Besonders in der Gegend zwischen Stuttgart und München.“ Dort verbrachten wir viele Wochenenden in einem paradiesischen Garten, der sich in den Hang schmiegte zwischen einem sehr berühmten Berg im Albvorland und einem idyllischen Wiesental, das von der Abendsonne golden ausgemalt wurde. Schon mittags loderte das Feuer im großen Gartenkamin, das Barbecue zog sich über den langen Nachmittag, zwischendurch wurden die Instrumente herausgeholt. Musizierend, lachend, speisend plätscherte der Sommertag dahin.

Im Song My Darlin‘ Hometown (aus dem Album Fair and Square von 2005) scheint mir die Erinnerung an den Garten meines Onkels festgehalten, far away over the sea… – möge er dorthin friedlich zurückgekehrt sein.

Far away over the sea
There’s a river that’s calling to me
That river she runs all around
The place that I call my hometown

There’s a valley on the side of the hill
And flowers on an old windowsill
A familiar old picture it seems
And I’ll go there tonight in my dreams

Where it’s green in the summer
And gold in the fall
Her eyes are as blue
As the sky I recall

Far away over the sea
There’s a place at the table for me
Where laughter and music abound
Just waiting there in my hometown

The river she freezes
When there’s snow on the ground
And the children can slide
To the far side of town

Far away far away me
Hung up on a sweet memory
I’m lost and I wish I were found
In the arms of my darlin‘ hometown

With the evening sun sittin‘
On the top of the hill
And the mockingbird answering
The old chapel bell

Far away over the sea
My heart is longing to be
And I wish I could lay myself down
In the arms of my darlin‘ hometown

(John Prine & Roger Cook)

2020.096 | Fritillaria meleagris

Mein Garten misst 40 m², davon sind vielleicht 25 m² begehbar. Er hat x Ecken und Winkel und beheimatet zahllose Pflanzenarten. Jetzt habe ich Frühjahrsputz und dabei locker 10.000 Schritte gemacht. Netter Spaziergang in die Botanik, auch wenn mancher da aktuell vielleicht eher an Rundlauf im Gefängnishof denkt.

In einem Winkel traf ich die Schachbrettblume wieder, zu meiner Überraschung. Ich kann mich nicht erinnern, dass sie die letzten beiden Jahre geblüht hätte und hatte sie fast vergessen. Jetzt stand sie da und blühte prächtiger denn je. Ob das an dem etwas verregneten Spätwinter liegt? In einem verbeulten, undichten Blecheimer habe ich ihr ein Kleinstbiotop eingerichtet, einen Mikrosumpf, der weitgehend sich selbst überlassen bleibt. Dort fristet sie ihr Exotendasein. Mein Exemplar stammt aus einem Blumengeschenk vor Jahren. Aber eigentlich ist sie eine selten gewordene Wildpflanze aus unseren Sümpfen und Mooren, von denen es ja auch immer weniger gibt. Sie ist giftig und deshalb sogar im Viehfutter unerwünscht. Hat also mit Zivilisation rein gar nichts am Hut und ist ein echter Wildfang. Insofern ist sie bei mir ganz gut aufgehoben. Und netterweise dankt sie es mir, dass ich sie in Ruhe lasse.

Berg- und Talfahrt

Unterwegs durch eine Unwetterfront

Wir wollten eine Bergtour machen, es sollte hoch hinausgehen, weit über 3000 m, deshalb wählten wir ausnahmsweise die Bergbahn als Aufstiegshilfe. Doch bereits während der Fahrt nach oben, setzte ein bedenklicher Wetterwechsel ein. Um uns herum begannen die Wolken zu brodeln, düstergrau und schwefelgelb. Die Ausblicke in die eigentlich großartige Bergwelt um uns herum wurden immer weniger. Einmal zeigte sich für einen kurzen Moment noch ein anderer Gipfel, auch er ausgestattet mit der Bergstation einer Seilbahn, dort wuselten noch jede Menge Ausflügler in der Sonne herum. Dann ging der Vorhang wieder zu. Wir begannen uns Sorgen zu machen, dass unsere Kabine in heftige Windböen geraten könnte, das hatten wir erst vor einer Weile schon einmal erlebt, sehr sehr ungemütlich. Das Wetter verfinsterte sich immer mehr, es war genau die Sorte von Wetter, die man als Bergwanderer nicht erleben möchte und vor der wir bei unseren vielen zurückliegenden Touren zum Glück immer verschont geblieben waren. Wir entschieden, die Tour sein zu lassen und möglichst sogleich ins Tal zurückzufahren.

Dann kam auch schon die Lautsprecherdurchsage, dass unsere Kabine oben nicht anhalten würde, sondern aus Sicherheitsgründen unverzüglich die Talfahrt aufnehmen würde. Wir waren für diese Entscheidung durchaus dankbar. Dann allerdings auch überrascht, dass die Kabine nicht wendete, sondern über den Berg hinweg in ein anderes Tal hinunterfuhr. Damit hatten wir nicht gerechnet. Doch bevor wir uns klar gemacht hatten, was das für uns für Folgen haben könnte (wie kommen wir zurück usw.), hellte das Wetter auf. Wir waren durch die Front gefahren und vor uns, unter uns breitete sich eine sattgrüne Tallandschaft in goldenem Nachmittagslicht aus, wir waren buchstäblich gefesselt von diesem friedlichen und verheißungsvollen Bild. Je mehr wir uns dem Talboden näherten, desto mehr verlangsamte sich unsere Fahrt, denn vor uns staute sich eine ganze Reihe weiterer Gondeln vor der Einfahrt in die Talstation. Es waren kleine und große Gondeln, moderne Kabinen und folkloristisch-bunte Sänften, mit Troddeln behängt und mit verschnörkelten Dachaufsätzen, irgendwie asiatisch anmutend, ein kunterbuntes Gemisch. Es sprach sich herum, dass die Verzögerung daher rührte, dass unten alle aussteigenden Fahrgäste registriert und einem eingehenden medizinischen Test unterzogen wurden. Das dauerte. Aber es war uns gleichgültig. Wir waren heraus aus dem drohenden Sturm. Wir hatten Zeit. Wir waren im Licht.

Ablenkungsmanöver

Bekanntlich verdanken wir einen sehr wesentlichen Teil des Corona-Schlamassels in Europa dem besoffen-brünftigen Après-Ski-Zirkus in Ischgl/Tirol. Eine Sammelklage ist anhängig und der touristische Schaden womöglich enorm – wobei ich mich einer ausnahmsweise intoleranten Häme nicht enthalten kann, denn Ischgl ist der Inbegriff der Ignoranz (nicht nur in Sachen Covid-19).

Etwas verstörend aber gleichzeitig entlarvend ist der Wettstreit der deutschsprachigen Regenbogenpresse, wer denn die Seuche nach Ischgl gebracht hat, also sozusagen haftbar gemacht werden kann. Heute abend lese ich in der Welt, Patient 0 sei eine Schweizerin, die klammheimlich infiziert, quasi undercover, aktiv war. Diese Nachricht ist aber angeblich veraltet, weil die Österreicher einen Datumsfehler gemacht hätten. Darauf hacken vor allem die Schweizer Medien herum, allen voran die (leider inzwischen) neurechte NZZ (und es freut mich tierisch, die NZZ als Regenbogenpresse zu diffamieren). Also bleibt es doch bei der bisherigen Version, dass ein deutscher Barkeeper („Piefke“) die hauptsächliche Virenschleuder war? Gegen das Anti-Piefke-Alpenkartell kommt auch die Axel Springer AG nicht an.

Bleibt immer noch die Frage: Warum wurde der Betrieb von Bars und Skibetrieb nach Bekanntwerden von Infektionen nicht eingestellt? Wer will hier wem Sand in die Augen streuen?