Angela magna?

von Gilles San Martin from Namur, Belgium (Somatochlora alpestris) [CC-BY-SA-2.0], via Wikimedia Commons
von Gilles San Martin from Namur, Belgium (Somatochlora alpestris) [CC-BY-SA-2.0], via Wikimedia Commons

„Großlibellen sind oft sehr geschickte und ausdauernde Flieger. Sie können beide Flügelpaare unabhängig voneinander bewegen, sehr schnelle Wendungen ausführen, teilweise sogar rückwärts fliegen.“ (Wikipedia ) – Tricks, Kniffe, große Kunst.

Immer wieder rätselhaft, wie aus einer märkischen Pfarrerstochter die Dompteurin Deutschlands und Europas werden konnte. Unwillkürlich drängen sich Vergleiche auf: eine unscheinbare Raupe, die sich, nach kurzer Verpuppung, in einen vielleicht nicht schönen aber beeindruckenden Schmetterling verwandelt.

Oder eben eine Libelle, die ihr Larvenstadium weitgehend unbeobachtet im Wasser verbringt, dabei aber eine gefräßige Räuberin ist und anderes Larvengetier in einem kleinen Weiher nahezu „ausmerzen“ kann. Irgendwann kriecht sie an einem Binsenhalm an die Luft und die Libelle schlüpft aus ihrer Larve. In diesem Fall nicht eine zierliche schlanke Wasserjungfer sondern eine Großlibelle.

Auch die erwachsene Libelle, das Imago, lebt räuberisch. Gerade die Großlibellen empfinden wir doch als recht dominant auftretende Flugjäger, die wenig um sich herum dulden. Es soll sogar Kannibalismus geben, allerdings wohl nur bei männlichen Tieren in der Paarungszeit…

Jedenfalls ist es nicht einfach, sich daneben zu behaupten. In unserem Fall der Art Angela magna ist es jedoch so, dass sie als alleinige Jägerin nicht überleben kann und einen Partner braucht, um ihr Regiment durchzusetzen. Idealerweise einen, der ihr nicht gefährlich werden kann, z.B. vielleicht Vegetarier ist?

Da fällt einem eine andere zunächst unscheinbare Raupe oder Larve thüringer Abstammung ein, die noch in der Häutungsphase steckt, aber sich immerhin schon einmal, zur damaligen Überraschung der Kolleginnen, ganz nach vorne gewagt, den Kopf rausgestreckt hat auf die große Bühne. Sie und ihre Truppe sind jetzt zwar ziemlich ausgebuht worden, aber die Buhrufe galten wohl eher den anderen. Denkbar, dass eine letzte Häutungsphase beginnt und eine zierliche Kleinlibelle sich herausschält, eine hübsche „Grüne Mosaikjungfer“ zum Beispiel. Diese Libellenart hat einen etwas anderen Lebensrhythmus als Großlibellen, geht ihnen deshalb eher aus dem Weg und konkurriert so nicht direkt mit ihnen. Hat andererseits Techniken entwickelt, um Großlibellen von ihrem Brutbiotop fernzuhalten. Zwei Lebensformen also, die möglicherweise ganz gut harmonieren könnten. Wo die eine keinen Futterneid haben muss und die andere der Gefräßigkeit der Großen geschickt ausweichen kann.

Genug von den Libellen. Gestern abend ist jedenfalls klar geworden, dass Angela Merkel, auch wenn sie erfreulich unverkrampft gelächelt hat, keine Biene Maja ist.

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