Breitenstein

Ein Lieblingsort, hart am Abgrund, aber mit sehr weitem Blick: der Breitenstein am Nordrand der Schwäbischen Alb. Im Dörfchen Ochsenwang nahebei war Eduard Mörike eine Zeit lang Pfarrverweser und hat hier einige seiner schönsten Gedichte geschrieben. Auch er hatte hier oben einen seiner Lieblingsplätze oder besuchte die benachbarte Burg Teck, der er eines seiner bekanntesten Gedichte gewidmet hat (Auf der Teck, 1830). Dort heißt es refrainartig:

Laß denn, o Herz, der Qual
Froh dich entbinden
Wirf sie ins tiefste Tal
Gib sie den Winden!

1830 war auch keine rundherum bequeme Zeit und auch er musste sich mitunter gehörig Luft verschaffen, heraus aus Bedrücktheit, Miefigkeit, Enge der Verhältnisse. Und die Weite in den Blick nehmen. Heute war dort oben schon etwas vom nahenden Winterende zu spüren, mildere Luft vom Atlantik her. Das blaue Band lässt der Frühling noch nicht flattern, aber bald, man ahnt es schon.

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