Misstonhalle

Gestern hat die Tedeschi Trucks Band in der Münchner Tonhalle ihre diesjährige Europa-Tournee eröffnet. Vorschusslorbeeren für die Band, die als eine der aktuell besten Livebands gilt, gab es genug. TTB bewahren und kultivieren den Schatz der Musik, die entlang des Mississippi und seines Einzugsbereichs entstanden ist: Gospel, Blues, Jazz, Soul, Funk, bis hin zu Folk- und Country-Anleihen, alles mischt sich hier zu einem süffigen Gebräu, häufig druckvoll-treibend vorgetragen, dann wieder in die Sümpfe Floridas verebbend bis zur nächsten mächtigen Soundwelle. So schön könnte es sein.

In der Tonhalle bleibt davon nur schriller Ton. Tedeschis warmrauhe Stimme scheppert blechern. Die Drummer wummern. Die Bläser ein einziger Brei. Allenfalls Derek Trucks Gitarre und das Keyboard von Kofi Burbridge sind als Instrumente wahrnehmbar. Die Tontechnik ist offenbar komplett überfordert von so viel Power auf der Bühne, ist nicht in der Lage, das auszusteuern und als Wohlklang zu transportieren. Auf vereinzelte Kritik in der Pause reagiert man mit ein bisschen Soundcheck, danach sind die Bläser deutlich zurückgenommen, was aber nichts hilft, weil Susan Tedeschi dann leider noch blecherner tönt, da kann sie selber noch so sehr dagegen ankämpfen. Schade. Traurig. Erkenntniswert? Auch für nur mittelmäßig audiophile Menschen ist die Tonhalle No-Go-Area.

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