1 %

Der ultrarechte Rattenfänger Jürgen Fritz rühmt sich dieser Tage, dass sein Blog jetzt über tausend Follower hat. Lynx‘ Gefolgschaft umfasst gerade mal ein Hundertstel davon, ein gutes Prozent. – He must be a total loser!

Nach der Logik der identitären „Ein-Prozent-Bewegung“ reicht es aus, ein Prozent der Bevölkerung zu erreichen, um als „Bürgerbewegung“ und „breite Lobby“ (1) wahrgenommen zu werden. Einer der Stichwortgeber ist das „Kubitschle“, der eingebildete Landgraf und heimatvertriebene Ex-Oberschwabe Götz Kubitschek, der die „Ein-Prozent“ zur veritablen NGO formieren will, zum „Greenpeace für Deutsche“ (2).

Lynx ist eine Ein-Prozent-Bewegung im trüben Umfeld der rechten Blogger. Frei nach deren Methodik (s. 1) versucht er zu tun, „was ansonsten leider niemand tun würde“ (1): er leistet Widerstand gegen gesellschaftszersetzende Einpeitscher, die längst nicht die Interessen einer übergroßen Mehrheit der Bevölkerung vertreten, auch wenn sie sich das gerne einbilden. Er wagt es, in einer alternativlos erscheinenden verschwörerischen Gedankenwelt „Alternativen zu suchen“ (1).

Die rechten Ultra-Jammerlappen stilisieren sich als Medien-Märtyrer und beklagen sich ständig und lauthals, dass man ihre Verbaläußerungen zensiert, die sie in Wahrheit ständig auf allen Kanälen herumposaunen. Sie selbst haben es aber nicht so gerne, wenn man sie in ihrer Blase stört. Meinungsfreiheit gilt nur für Gläubige. Deshalb hat man den Ein-Prozent-Lynx als Kommentator auch gesperrt, so hält man die 100%-Quote sauber (oder 1000 %?), womit der Beweis erbracht ist, dass man vollumfänglich recht hat. Woran erinnert das nur?

Aber wie gesagt, Lynx ist eine Ein-Prozent-Bewegung in der Welt der Blogs: er verlässt sich auf seine „grundsätzliche und graswurzelartige Lobbyarbeit“ (1) für die Interessen einer freiheitlichen Gesellschaft. Deshalb folgt er überwiegend auch anderen Ein-Prozent-Blogs. Das ist seine Welt der Vielen und Freidenker.

Quellen:
(1) www.einprozent.de
(2) taz, 22.01.16: NGO für Rechte in Deutschland

9 Kommentare zu „1 %“

    1. Ist ja nett, dass Sie wieder mal vorbeischauen. Ich hatte Ihnen allerdings schon einmal gesagt, dass ich es nicht mag, wenn man meinen Blog für Propaganda missbraucht, die ganz andere Ziele verfolgt. Fundierter Meinungsaustausch ja, albernes Schwadronieren oder Unterschleif nein. Ich weiß, dass es Ihnen darum geht, Aufmerksamkeit zu finden und Sie über die Kommentarfunktion eine Möglichkeit sehen, sich bekannt zu machen. Es geht Ihnen also nicht um den Meinungsaustausch an sich. Deshalb werde ich auch künftig Ihre Kommentare sehr selektiv handhaben: was ich für einen legitimen Debattenbeitrag erachte, lasse ich durch, auch wenn er mir inhaltlich nicht passen mag. Was aber erkennbar nur Ihrer eigenen Agenda dient, ist hier fehl am Platz und wird gelöscht. Ich hoffe, das ist klar kommuniziert (auf die Gefahr hin, dass Sie mich jetzt wieder mit Kommentaren zuschütten).

      1. Was unterscheidet eigentlich ‚Meinung‘ und ‚Propaganda‘? In Russland gibt es ein Propagandagesetz, das verbietet Homosexualität positiv darzustellen. Ich fände halt, dass eine positive Darstellung von Homosexualität eine Meinung ist. Ohne es zu wissen, würde ich annehmen, dass Sie, wären Sie in Russland aufgewachsen, so etwas löschen würden, weil es ja Propaganda ist (also nicht die eigene Meinung).

        Vielleicht haben Sie aber eine bessere Definition der beiden Begriffe. Nebenbei haben unsere Blogs nach wie vor nicht das Publikum, um uns wechselseitig irgendwie Massenmanipulation vorzuwerfen.

      2. Sehen Sie, jetzt bestätigen Sie meine lang gehegte Vermutung, von wo aus Sie agieren oder was ihr Hintergrund ist. Damit will ich nun wirklich nichts zu tun haben. Belassen wir es dabei.

      3. Schade. Darf ich annehmen, dass Sie allein schon wegen meiner Erwähnung von Russland jetzt davon ausgehen, dass ich Russe bin?

        Ich hab tatsächlich nur wenige russlandkritische Blogeinträge, ich glaub, zwei, gehabt. Das lag aber mehr so am Schwerpunkt und der Medienlage. Na dann bin ich jetzt wohl russisch. Immerhin bin ich nicht rassistisch.

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