Wurmschwanz

Das Kubitschle war vergangenen Samstag in Chemnitz dabei, beim „Trauermarsch“ der Profiteure versteht sich. Und hat eine ganz schlaue Erkenntnis mitgebracht. Es ist nicht gut für die „Bewegung“, wenn die AfD-Funktionäre Gesicht zeigen oder die „Partei“ gar als Organisator von Großkundgebungen auftritt. Er rät zur Schleimertaktik: sich möglichst gesichtslos unters Volk mischen, die propagandistische Drecksarbeit anderen überlassen und dann die Stimmung als Stimmen einfangen. Ja keine schlechten Bilder! Nachzulesen bei Jürgen Fritz, dem Gewährsmann für die Verbreitung faschistischer Umtriebe aus erster Hand.

Lynx denkt: solch schleimig-schneckiges Gebaren. Wurmschwanz. Also nicht selber Verantwortung übernehmen und Gesicht zeigen. Sondern quasi „privat“, unterm Tarnumhang bei den Faschisten mitmarschieren. So viel zur „bürgerlichen Gesinnung“ in der AfD und ihrem Umfeld. Halten die die Leute wirklich für so blöd? Der Bürger zeichnet sich eigentlich dadurch aus, dass er Gesicht zeigt. Die AfD hat in diesem Sinne „fertig“, endgültig. Meuthen versucht sich zwar immer noch in Rechtfertigungen, mit den üblichen beigepackten Verschwörungstheorien, aber dem hört eh keiner mehr zu.

Nachtrag 04.09.18: Im aktuellen Blogbeitrag wendet JF das Prinzip „Tarnumhang“ sofort an. Das Headerbild zeigt den „Führer“ Björn „das Schandmal“ Höcke und seine Gefolgschaft letzten Samstag in Chemnitz. Hinter dem rechtsgescheitelten Höcke (an wen erinnert das nur?), der seltsam leer in Richtung Kamera blickt, reckt ein halb verdeckter Mann die Kamera hoch. Wüsste man nicht, dass es Lutz „Pegida“ Bachmann ist, würde man ihn nicht unbedingt erkennen. Bilderretusche also, ohne sich des unmittelbaren Retuschierens schuldig zu machen. Immer schön in der Grauzone bleiben und ja keine schlechten Bilder! Aber zu spät: wir haben euch längst entdeckt.

4 Kommentare zu „Wurmschwanz

  1. Na, Sie haben sich aber auch ganz schön radikalisiert. Das klang bei unserem letzten Wiedersehen alles noch sehr viel kultivierter. Oder war das damals “ schleimig-schneckiges Gebaren“?

    1. Jetzt musste ich erst einmal die Apfelernte einbringen und auf vielerlei Art versorgen (ja, nicht nur der Herr Kubitschek, den ich gerne als Kubitschle kose, ist ein Selbstversorger auf eigener Scholle…).
      Schön, dass Sie vorbeischauen, es wird ja immer schwieriger, im Gespräch zu bleiben. Doch warum soll ich mich radikalisiert haben? Weil ich jemand schleimig-schneckiges Gebaren unterstelle, von dem man eigentlich einen kernig-männlichen Auftritt gewohnt ist und auch erwartet? Ist nicht die Phalanx, bei der er mitschreitet, eher ein Verein, der angeblich Wert legt auf betont aufrechten, ja hochgereckten Gang in allen Lebenslagen, weil das irgendwie zu unserer Kultur gehöre oder gar genetisch sei? So verstehe ich jedenfalls die Körpersprache bei diesen Aufmärschen. Und dann kommt so einer daher und rät den Kollegen künftig doch bitte windelweich und glitschig zu agieren, damit man nicht zu fassen sei. Da müsste Ihnen als Nationalkonservativem von altem Schrot und Korn doch auch die Düse gehen: was für ein Benehmen von diesen Parvenüs?
      Und unter dem Aspekt der Neuvermessung der „Grenzen der verengten Diskursräume“, wie die SZ heute einen AfD-Parlamentarier zitiert, ist die Unterstellung von schleimigem oder schmierigem Gebaren doch ein ganz alter Hut. Da ist es doch wahrlich noch sehr weit zur Radikalität, oder nicht?
      Andererseits sind wir ja hier im Wald: wie man hineinruft… Ich wundere mich eh, wie man der Ansicht sein kann, man habe das Recht auf provokantes oder unflätiges Reden und Handeln gepachtet – und wenn die Anderen mit gleicher Münze heimzahlen, stilisiert man sich als Opfer. Irgendwie schnell durchschaubar und ermüdend, irgendwann selbst für das geneigte Publikum.

      1. Ihr Ton damals schien mir freundlicher, zivilisierter, weniger zynisch gewesen zu sein. Klar, in der der eigenen Stube spricht man wie einem der Schnabel gewachsen ist – ich frage mich, ob das Verstellung war? Und jetzt kommt natürlich die Angst dazu. Keine guten Zeiten für habituelle Linke; man wagt gar nicht mehr die Zeitung aufzuschlagen … Volles Verständnis, wenn da bißchen Panik einkriecht und man die gute Stube vergißt.
        Ansonsten, wenn Sie ermüdet sind, kann ich nur Gute Nacht wünschen. Auf Ihre Zeilen gehe ich nicht weiter ein, weil sie so sehr an allem vorbeigehen, daß es eine Heidenarbeit wäre, das alles richtig zu stellen. Sie leben in einer Welt der Bilder, Sie konstruieren – endlich paßt die Vokabel mal – sich eine Realität und Sie verfehlen auch mich vollkommen, obwohl Sie mal eine zeitlang mitgelesen haben. Alles, was Sie da oben schreiben, ist falsch – außer die Äpfel, dazu kann man nur gratulieren!

      2. Stimmt. Ich arbeite mit Bildern und konstruiere Realität, im richtigen und für das analoge Leben. Insofern wohl eine Deformation professionell? Ich fasse es als Kompliment auf, wenn Sie das feststellen. Denn was wäre diese Welt für ein Ort, wenn wir nicht imaginieren könnten? Und im Imaginieren vorausdenken. Nicht immer nur zurückblicken und kalten Kaffee wieder aufwärmen.

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