Hähnchen

Wenn jemand Fleisch produziert, dann will er das auch verkaufen, wäre ja sonst widersinnig. Dennoch: Einspruch Herr Wesjohann (Wiesenhof-Hähnchen): Im Gespräch mit der Süddeutschen Zeitung (SZ Nr. 300/2018, S. 22) sagen Sie zur Begründung, warum Fleisch billig sein müsse:

„Den höheren Preis kann sich einfach nicht jeder leisten. Stellen Sie sich eine Familie mit zwei Kindern vor. Die braucht zwei Hähnchen, damit alle satt werden.“

Falsch. Aus Erfahrung sage ich Ihnen: ein Hähnchen aus Ihrem Sortiment (1200 – 1400 g) reicht für eine Familie mit zwei Kindern, locker! Selbst ein kleineres mit rund 1000 g tut es. Gehen wir von 25-30% Knochenanteil aus, bleiben immer noch 750 bis ca. 1000 g Fleisch + Haut übrig: für jeden eine reichliche Portion. Die DGE empfiehlt, pro Woche nicht mehr als 300 bis 600 Gramm Fleisch und Wurst zu essen – oder umgerechnet zweimal Hähnchen. Pro Familie zwei Hähnchen in einer Woche, nicht zwei Hähnchen pro Mahlzeit, das wäre gesunde Ernährung. (Gut, vielleicht wenn man zwei pubertierende Söhne hat, die vom Fußballtraining kommen. Dann muss es mehr sein, aber das ist eine Durchgangsphase.) Ansonsten reicht ein Hähnchen. Punkt. Bisschen Gemüse dazu schmoren, Kartoffelsalat, grüner Salat. Perfekt. – Das halbe Hendl sei den Saturnalien des Oktoberfests vorbehalten, das kann man schon mal durchgehen lassen, an Festtagen. Alltag sollte sich doch unterscheiden?

Und sehen Sie: übertragen wir das auf die allermeisten Lebenssituationen, dann halbieren wir ganz schnell den Fleischkonsum. Kann Ihnen natürlich nicht gefallen, wäre aber verantwortungsbewusst, das so zu sehen. Und auch so zu vertreten, explizit. Schade, dass die SZ Ihnen Ihre Verkaufe so einfach durchgehen lässt. Aber die SZ muss ja auch von was leben.

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Ein Kommentar zu „Hähnchen

  1. Trotzdem gilt Fleisch essen immernoch als Luxus, auf welchen viele Menschen nicht gern verzichten. Statt nach dem Sport viel Fleisch zu essen, können Eiweiße auch anders gegessen werden. Neben Milchprodukten könnten auch rein pflanzliche Eiweiße eine Alternative sein. Ich selbst kann auch nicht auf Käse verzichten, allerdings brachte mich die letzte Anstalt schon zum Nachdenken.
    https://www.zdf.de/comedy/die-anstalt/die-anstalt-vom-18-dezember-2018-100.html

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