2019.157 | D-Day

Wahrscheinlich war er einer der ersten deutschen Soldaten, die ihr Leben lassen mussten am Tag der großen Invasion. Am Tag der Befreiung. Er war stationiert auf der Halbinsel Cotentin, im Hinterland von „Utah-Beach“. Dort fielen schon in der Nacht, vor der Landung der Schiffe, die amerikanischen Fallschirmjäger vom Himmel, still und leise. Er war als Melder unterwegs, vermutlich alleine, irgendwo zwischen den Hecken der verwinkelten Bocage. Wochen zuvor hatte man ihn für die SS mustern wollen, weil er ein so stattlich gewachsener junger Mann war. Er ist durch’s Clofenster getürmt, vor einer direkten harten Bestrafung konnte ihn der Vater eines Freundes bewahren, der in der Partei war. So musste er „nur“ an die Front, ganz schnell, ganz unvorbereitet. Er wurde 18 Jahre alt. Immerhin haben seine sterblichen Überreste ein Grab gefunden auf einem Soldatenfriedhof in der Bocage. Das ist heute ein ungemein friedlicher und großzügiger Ort, völlig entrückt. Gelegentlich besuche ich sein Grab, obwohl ich ihm im Leben nie begegnet bin. Nur ein paar zufällig zugeteilte Gene verbinden uns. Ich lege dann einen kleinen Strauß wilder weißer Margeriten vor den Grabstein. Sie blühen immer um diese Zeit im Saum der schmalen Landstraße unweit des Friedhofs, wo ich sie gepflückt habe. Er soll ein Mensch voller Möglichkeiten gewesen sein. Vor genau 75 Jahren ist er gestorben, 6.6.44.

2018.287 | Bayernwahl

Ergebnis der Bayernwahl: Das „Weiter-So“ hat das rettende Ufer noch einmal erreicht, die Provinzialität hat noch einmal die Nase vorn. Es war am Ende doch nicht genug Lust auf Zukunft. Aber der Lust auf Vergangenheit wurden auch ihre Grenzen aufgezeigt. Wenn die CSU daraus nicht die richtigen Lehren zieht, wird sie die nächsten fünf Jahre ihr Gnadenbrot verzehren. Denn dort, wo Bayerns Wohlstand erwirtschaftet wird, hat sie keine Mehrheit mehr.

Was also heute, an diesem Spätsommer-Sonntag , einfach nur ein Aushang im Biergarten war und CSU-Parteigängern als inbrünstige Anrufung erscheinen mag, könnte sich am Ende als nur temporärer Engpass erweisen.

Das Urteil der Alice

Alice Weidel kennt sich ja mit Mädchen aus, insbesondere mit Kopftuchmädchen und da wiederum ganz genau mit den „Taugenichtsen“ unter ihnen. Deshalb hält Lynx sie für besonders qualifiziert, die „Taugenichtigste“ zu wählen. Nach klassischem Muster gibt es drei Kandidatinnen. Und natürlich sind es nicht nur drei Mädchen, sondern, wie beim alten Paris, drei Göttinnen, unter denen sie auswählen muss:

So liebe Alice, wer ist denn nun dein Herzblatt?


Bildquellen:
Deutsche FotothekMittelbayerische ZeitungIstorie pe scurt